Als ich um 6 Uhr aus dem Zelt krieche fällt mir fast der Müsliriegel aus der Hand. Die Sicht beträgt etwa 3 Meter, überall Nebel. Wecker um eine Stunde zurück gestellt, wieder ins Bett. Leider bringt alles Hoffen nichts, selbst um 12 Uhr mittags ist die Suppe noch nicht verschwunden. Damit ist klar: Wir verbringen den Tag als Ruhetag im Zelt, hoffen darauf, dass morgen das Wetter besser ist und steigen sonst wieder ins Tal ab.

Zugegeben: Stimmungsvoll ist der Blick vor das Zelt ja, wie der Nebel auf den ersten Metern schon alles ausblendet und dahinter der Wind wabernde Schatten spielen lässt. Die Szenerie erinnert eindeutig an irgendwelche Horror B-Movies. Dass im Laufe des Tages offenbar eine Gruppe vorbei zieht und wir nur wenige Meter neben dem Zelt Gespräche und Gelächter hören, verstärkt den wohlig schaurigen Eindruck nur noch. Trotzdem, wir ziehen den schön warmen Schlafsack eindeutig vor.

Wir verbringen den Tag lesend, Hörbuch hörend und quatschend. Seit dem Vormittag hat der Wind beständig zugenommen. Das Zelt (Tunnelzelt) steht leider nicht gerade in den Wind, sondern kriegtdie volle Breitseite ab. Dementsprechend ist es auch ein Getöse im Zelt und der Wind beutelt das Zelt ziemlich böse. Sorgen mache ich mir um die Stangen. Seit dem ersten Tag haben wir einen kleinen Bruch in einem Gestänge, der mit der Ersatz-Hülse zwar geflickt wurde, aber wie gut es hält wissen wir nicht.

Heute ist Daniels Tag des Hungers! Ich hatte die ersten 4 Tage sehr wenig Hunger und habe wenig gegessen. Das ist typisch für mich auf Tour, wenn aber der Hunger wiederkommt, gibt es kein Halten mehr. Besonders heute, wo ich mich nicht mit Weiterlaufen ablenken kann, wird der Heißhunger ungemütlich. So muss eine Packung Nüsse nach der nächsten dran glauben. Selbst die Erdnussbutter wird mit dem Löffel gefuttert, da wir kein Brot und Wasa (mehr) haben. Markus nimmt sich dann auch einen Löffel doch nach etwa 2 Sekunden macht es *knack* und sein Spork steckt in 2 Teile zerbrochen in der Erdnussbutter. Wir lachen herzlich drüber und freuen uns, dass unser Shrimp-Reis mit kleinen Löffeln kommt. Markus hat dadurch Ersatz!

Um 18.00 Uhr halte ich es nicht mehr im Zelt aus und entscheide mich wie Markus ein paar Stunden vorher für eine kleine Katzenwäsche am See. Es ist bitterkalt, der Wind pfeift und der Nebel zieht apokalyptisch an mir vorbei. Trotzdem, ein wenig Dreck ist dadurch immerhin ab, ich war schließlich das letzte Mal kurz hinter Alesjaure im Wasser – Markus wird sich gefreut haben.

Irgendwie gibt es kein konkretes Einschlafen, den Tag über haben wir beide recht viel gedöst. Wir hoffen einfach auf besseres Wetter für morgen und machen die Augen zu.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.