Wir kommen heute erst spät in die Gänge, was aufgrund der kurzen Gehdistanz aber kein Problem ist. Wir nutzen noch einmal die Schaukel an der Hängebrücke, Markus wäscht noch ein wenig Wäsche.


Der Weg fordert bei mir seinen üblichen Tribut 😉

Beim losgehen kommen wir erst zu einem kurzen Anstieg, die Bergwiese danach entschädigt dafür umso mehr. Als wir uns zu einer kurzen Pause niederlassen entdecken wir noch ein Elchgeweih. Leider wiegt dies ca. 3 Kilo und so müssen wir uns mit einer Fotosession begnügen.

Mittagessen gibt es an der Stelle, an der ich letztes Jahr gezeltet habe, danach noch die letzten 2 Kilometer bis zur Nallo-Hütte. Dort sitzen wir im strahlenden Sonnenschein, reden mit einer Gruppe schwedischer Jugendlicher und einem deutschen Pärchen, welches per Tjäkta-Pass-Querung nach Nallo gekommen ist. Sie leihen sich dann von den Schweden Mückenschutzmittel, wir sind also nicht die Einzigen, die ohne richtige Mückenabwehr aufgebrochen sind 😉


Die Nallo-Hütte

Wir gehen noch einen Kilometer weiter in Richtung Sälka und bauen dann am Rande der Schlucht unser Zelt auf. Heute sind wir verhältnismäßig früh dran, das Zelt steht um halb 7 und wir können den Abend mit Lesen und Relaxen verbringen. Ich finde auch die Zeit in Ruhe ein paar Fotos zu schießen.


Blick vom Zeltplatz zurück zum Nallo

Um halb 11 liegen wir schon im Schlafsack, dafür werde ich um halb 2 nachts von Markus mit den magischen Worten “willst du Nordlichter sehen?” geweckt. Sofort bin ich wach, Fotoausrüstung geschnappt und raus. Sollte dies tatsächlich meine erste Nordlichter-Sichtung werden?

Es ist eiskalt, ich steh in Unterhose und T-Shirt vor dem Zelt und doch wird es die beste Nacht der ganzen Tour. Allein hätte ich das Nordlicht wohl kaum erkannt, es ist schwach und eher weißlich, fast wie wabernde Wolken. Die Kamera jedoch bannt die Nordlichter schön grün auf den Chip. Gut, dass Markus bereits Erfahrungen mit Aurora Borealis hat, ich wäre wohl ohne es am Himmel zu erkennen nach einer Pinkelpause wieder ins Zelt gekrochen.

Irgendwann wird es Markus zu kalt, er verkrümelt sich. Ich dagegen kann mich nicht satt sehen. Die Fotos werden allesamt Mist, der Fokus sitzt nicht, es rauscht mal zu viel, mal ist die Aurora nicht hell genug. An sich wirklich schade, da Nordlichter über dem Gipfel des Nallo wohl das Highlight aller Aufnahmen aus dem Urlaub geworden wäre. Bei mir überwiegt aber die Freude, die Nordlichter tatsächlich mal gesehen zu haben. Auch wenn die Bilder so nicht an die Wand kommen, im Gehirn eingebrannt sind sie alle mal. Hierfür hat es sich auch gelohnt, 1,5kg Stativ durch die Gegend zu schleppen. Dies bleibt zwar das einzige Mal, dass ich es nutze, aber an dem Abend freue ich mich über das Zusatzgewicht.

Durchgefroren aber sehr glücklich falle ich nach einer Dreiviertelstunde vor dem Zelt wieder in den Schlafsack.

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