Sonniger Zeltplatz in der Früh


Frischer Fang zum Frühstück

Der letzte volle Tag auf Tour bricht an. Ich wache rechtzeitig, aber nicht wirklich früh, auf und vor dem Zelt scheint die Sonne. Bis Markus sich aus dem Schlafsack gekämpft hat, ist diese leider schon wieder hinter Wolken versteckt.

Wir machen uns gleich nach dem Aufbruch an unseren letzten Aufstieg. Steil geht es etwa eine Stunde durch den Wald und plötzlich stehen wir am Waldrand mit Blick über das Kahlfjäll. Für mich sind diese waldlosen Hochebenen persönlich die schönste Landschaft auf diesem Wanderweg. Ich genieße den Fernblick, das Panorama und finde man kann sich dabei zumeist mehr auf die Umgebung konzentrieren, den Weg finden die Füße fast von alleine.

B
Blick zurück nach Teusajaure

Die größere Flussquerung versuchen wir mit Wanderschuhen an den Füßen zu absolvieren. Dies klappt, dauert nur ein wenig länger. Wir nutzen die windgeschützte Senkeum auch gleich das Mittagessen zu absolvieren. Der Vorteil in Regenklamotten zu essen? Die verschütteten Ramennudeln perlen ab…

Kurz danach kommen wir zu einer fünfköpfigen Rentierfamilie, bei der sogar ein Albino dabei ist. Wenig später eine Herde in der Ferne und noch ein paar Kilometer weiter eine Mutter mit Jungtier. Diese stehen fast auf dem Weg, lassen sich in Ruhe fotografieren und beobachten. Heute kommen uns wenige Wanderer entgegen. Wir vermuten, dass an einem Sonntag einfach weniger Leute ihre Tour beginnen.


Albino rechts im Bild


Rentierherde


Blick in den verregneten Sarek


Diese Hütte ist für mich der Inbegriff von Einsamkeit


Blick in Richtung Sarek


Hochfjäll

Bevor der steile Abstieg nach Vakkotavare einsetzt, bauen wir das Zelt auf. Der Bus kommt morgen nicht allzu früh und wir wollen nicht in der Nähe der Hütte/Straße campen müssen. Ohne Rucksack laufen wir noch zu einer größeren Steinformation entlang des Weges. Hier genießen wir den Fernblick in den Sarek, die schneebedeckten Gipfel und die vorbeiziehenden Wolken.


Sarek ahead


Bedrohliche Abendstimmung

Zwischen 2 Regenschauern gibt es Abendessen. Im Halbdunkel kommt plötzlich ein älterer Mann auf uns zugewankt und fragt wie weit es noch nach Vakkotavare ist und ob wir gute Zeltplätze gesehen hätten. Trotz seiner schlechten Englisch-Kenntnisse erfahren wir, dass er heute in Sälka losgegangen ist (!!!), wenn das stimmt, dann hatte er schon grob 48km unter den Wanderschuhen. Er schien uns völligverwirrt und entkräftet, leider ließ er sich nicht vom Weitergehen abhalten.

Auch wenn wir uns Abends große Sorgen machten, waren wir am nächsten Tag sehr erleichtert in der Früh sein Zelt knappe 500m weiter stehen zu sehen. Wir vermuten, dieser Marathontag wird ihm noch länger in den Knochen sitzen.

Die letzte Nacht im Zelt bricht an. Auch wenn alles leicht klamm ist und stinkt, man hat das Übernachten in diesen 5 m² doch irgendwie lieb gewonnen! Beim Einschlafen setzt ein starker Regenschauer ein, womit die Hoffnung schwindet das Zelt noch trocken einzupacken.

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