Ein wenig wandern wollte meine Mutter auch, Zelt und weitere Ausrüstung hatte ich ja sowieso mitgenommen. Eine Zwei-Tagestour konnte ich ihr dann auch schmackhaft machen und so wurde die Route Abisko Touriststation -> Karsavaggestuga -> Aufstieg aus dem Karsavaggetal zur Abiskojaurestugorna -> Abisko Touriststation geplant.

Ich wollte zum Ende meiner Kungsledentour eh ins Karsavagge, es war also ne gute Gelegenheit die Gegend schon anzuschauen, zudem war es von Kiruna aus schnell zu erreichen.

Leider habe ich die Gehgeschwindigkeit meiner Mutter überschätzt und ihr mit dieser Tour sicherlich zu viel zugemutet, aber das nur im Voraus.


Eingang ins Karsavaggetal – noch recht waldig


Mittagspause


Übergang ins Kahlfjäll


Vogelsichtung aus nächster Nähe

Die Wanderung ins Karsavaggetal ging wunderbar und zum Tagesabschluss wurde es auch nochmal abenteuerlich: Die Furt zur Südseite des Tals war für uns beide die erste Flußkreuzung überhaupt, zudem haben wir es ca. 1km östlich der Karsavaggestuga versucht, da es dort einigermaßen machbar aussah.

Bei mir ging es einwandfrei, meine Mutter, die deutlich leichter und kleiner ist als ich, hatte es da schwerer. Nachdem ich jedoch meinen Rucksack auf der anderen Seite abgelegt hatte und zurück ging um ihr zusätzlichen Halt zu geben, hat es gut funktioniert.


Die Watstelle

Da es jedoch bereits 19 Uhr war, haben wir dann in Ufernähe das Zelt aufgebaut und den Abend ausklingen lassen.


Abendstimmung

Der nächste Tag wurde dann weitaus anstrengender als ich antizipiert hatte:
Der Aufstieg zu P1150 hat gut funktioniert, wir haben zwar einige Pausen machen müssen, aber der Weg war gut durch Steinmännchen gekennzeichnet (der Abstieg auch einigermaßen) und der Blick zurück ins Karsevagge war atemberaubend schön!


Blick vom Zelt zur Überquerungsstelle (links am Gipfel vorbei)


Blick zum Talende


Auf halber Höhe

Oben am “Gipfel” ein wahnsinnig schöner Blick in Richtung Alesjauretal und auf den Giron.


Blick zurück ins Karsavaggetal


Blick nach Abiskojaure, auf den Giron und in Richtung Unna Allakas


Abiskojaurestugan in weiter Ferne (quasi ein “Suchbild”)


Blick in Richtung Unna Allakas

Der Abstieg in Richtung Abiskojaurestugorna hatte es für meine Mutter jedoch in sich. Schon nach wenigen Höhenmetern hat ihr Knie die Belastung mit Schmerzen quittiert und fortan ging es im Schneckentempo den Berg hinunter. Im oberen Bereich ist der Abstieg sehr schön, da es über weitläufige Plateaus geht, teilweise noch über Schneefelder. Die untere Hälfte war jedoch recht matschig und die letzten 150Hm kämpften wir uns durch einen kleinen Birkenwald, welcher durch einen kurzen Regenschauer auch noch extrem glitschig geworden war.

Als wir endlich an der Abiskojaurestugorna ankamen hatten wir für die Übersteigung knappe 6std gebraucht, etwa 2std für Aufstieg und 4 für den Abstieg. Dies hatte meine Zeitplanung keinesfalls so vorhergesehen, schließlich war es von der Wegstrecke her nur ca. 7km.

An ein sofortiges Weitergehen in Richtung Abisko Turiststation war nicht zu denken und kurzfristig hatten wir überlegt an der Abiskojaurestugorna das Zelt aufzustellen. Bei dem herrlichen Wetter haben wir jedoch erstmal für ein Nickerchen im Gras votiert und sind dann gegen 19 Uhr von der Hütte aufgebrochen. Das Knie hatte sich soweit beruhigt, dass es kein stechenden Schmerz mehr abgab und meine Mutter auf ebenen Untergrund wieder einigermaßen schnell gehen konnte.


Regenbogen vor dem Giron

Da man im Abisko-Nationalpark außerhalb der ausgewiesenen Stellen nicht campieren darf, schleppen wir uns bis zum Zeltplatz 5km vor Abisko und bauen da um 23 Uhr noch schnell das Zelt auf. Somit ging ein richtig langer Tag zu Ende.


Kurz vor dem Zeltplatz

Am nächsten Tag sind wir schon um 5 auf, um 6 Uhr abmarschbereit und um 7.30 Uhr zum ersten Kaffee in der Abisko Turiststation und fahren danach wieder mit dem Auto zur Hütte in Kiruna.


Aufbruch in der Morgensonne


Im Canyon kurz vor Abisko


Angekommen!


Angekommen!

Insgesamt eine sehr gelungene Tour, auch wenn wir 2,5 statt 2 Tage gebraucht haben. Schade, dass meine Mutter sich mit ihrem Knie so quälen musste, nichtsdestotrotz haben wir tolle Ausblicke und das Wanderleben genießen können. Und ich kam wieder ins Training, einen schweren Rucksack zu tragen, da ich das meiste Zeug für uns beide geschleppt habe. Dürften knappe 18kg gewesen sein, leider deutlich unter dem Gewichtswert, den ich für meine Solotour zu stemmen hatte.

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