[Biking] – Israel 2019

Prolog – Bekannt und trotzdem neu

Erste Überlegungen zur Reise

Eine kleine Zeitreise zurück zum November letzten Jahres, also 2019:

Zum Ende des Jahres läuft mein Arbeitsvertrag aus und ich habe noch genug Überstunden und Resturlaub. So bin ich in der komfortablen Lage, dass ich im Dezember überhaupt nicht mehr ins Büro muss. Schnell kommt damit verbunden natürlich die Frage auf: Daheim bleiben oder doch noch schauen, dass man den Urlaub woanders verbringt?

Der Ausblick auf einen kalten, trüben und regnerischen Dezember in Berlin lässt dann schnell den Entschluss reifen, dass ich hier weg muss. Doch wohin? Und was machen? Da ich ja versuche dem schlechten Wetter zu entfliehen, ist natürlich der Norden schnell von der Liste gestrichen. Und damit auch die meisten Wanderideen. Also noch mal mit dem Fahrrad los? Klingt gut, warum eigentlich nicht?

Kurzzeitig hatte ich überlegt, dass jetzt mit einem Monat Zeit doch auch eine größere, aufwendigere Reise möglich wäre. Doch da sprachen einige Gründe dagegen: Ich hatte nicht viel Planungsvorlauf. Um gutes Wetter zu haben, müsste ich auf die Südhalbkugel. Dies würde sich vor allem im Geldbeutel und in der Zeit bemerkbar machen, die für An- und Abreise nötig wären. Dabei hatte ich bereits beschlossen, dass ich vor Weihnachten wieder daheim sein wollte.

Doch der triftigste Grund gegen eine Reise in weite Ferne: Ich hatte mit der diesjährigen Tour auf dem Pamir Highway in Tadschikistan und Kirgistan bereits die bisher abenteuerlichste und prägendste Reise meines Lebens unternommen. Nahezu täglich denke ich daran zurück und jedes Mal huscht mir ein Lächeln über das Gesicht. Es würde sich falsch anfühlen einen zweiten so „großen/aufwendigen/teuren/weit entfernten“ Urlaub in diesem Jahr zu machen.

Nun, das klingt ein wenig, als berichte ich euch jetzt von meinem Ausflug auf dem Elberadweg, doch ganz so lokal wurde der Urlaub dann doch nicht.

Mit den Überlegungen „wo komme ich schnell und einigermaßen kostengünstig hin?“, „wo ist es noch warm genug um entspannt Rad zu fahren?“, „wo muss ich nicht lang und aufwendig eine Route planen?“ und „wo kann ich gut Rad fahren?“ kristallisierte sich schnell ein Reiseziel heraus:

Israel

Wer meine bisherigen Urlaube kennt, weiß dass es für mich kein unbekanntes Land ist. Einerseits findet sich hier eine Blogserie über meine Wanderreise dorthin im Jahre 2014. Und 2013 und 2016 war ich als regulärer Tourist im Land. Ich kenne die Gegend also, jedoch eher vom Busfenster aus. Die Möglichkeit das Land vom Rad aus zu erkunden und dabei noch einige mir unbekannte Landstriche zu sehen, klang verlockend. Zudem ist Israel klein genug um eine Rundtour durchs ganze Land zu planen. Insgesamt hatte ich inkl. An- und Abreise 20 Tage dafür zur Verfügung.

Hier ein kurzer Überblick über die Strecke, die ich mir schnell in Komoot zusammengeklickt habe:

(Am Besten ihr klickt rechts oben in der Karte auf die Vierecke und wählt statt “Open Street Map” lieber “Open Cycle Map” aus. Dann werden die Ortsnamen nicht nur in Hebräisch/Arabisch, sondern auch in Englisch dargestellt)

Flug nach Tel Aviv. Von dort aus die Küste entlang nach Norden über Haifa und Akko, bevor es an der libanesischen Grenze entlang gen Osten geht. Dort will ich mir Safed anschauen, das ich bisher nicht besucht habe und dann über die Hula-Ebene auf die Golanhöhen aufsteigen. Auf dem Golan selber geht es gen Süden, wo ich anschließend am See Genezareth auf die Route 90 treffe. Diese führt immer gen Süden an der jordanischen Grenze entlang. Dabei geht es durch die Westbank, am Toten Meer vorbei, bis nach Eilat. Die Stadt am Roten Meer hatte ich ebenfalls noch nicht besichtigt. Dort, am südlichsten Zipfel Israels fahre ich dann wieder nach Nordwesten, über Mitzpe Ramon in die Nähe des Gazastreifens und dann am Mittelmeer entlang zurück nach Tel Aviv.

Das klang erstmal wie ein brauchbarer Plan. Schnell waren günstige Flüge gebucht und da ich seit der Pamir-Reise nicht wirklich was an der Ausrüstung verändert hatte, gingen die restlichen Vorbereitungen ziemlich schnell von statten. Mit der Übung aus dem Sommer klappte selbst das Fahrrad zerlegen und verpacken erstaunlich schnell.

Also, genug der Einführung, nun heißt es: Ab nach Israel!

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